BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Ahlen

Unsere aktuellen Anträge:

Hitzeschutzmassnahmen an Schulen und Kitas

Der Rat der Stadt Ahlen möge beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt:

1. für die städtischen Schulen und Kindertageseinrichtungen einen standardisierten
Hitzeschutz-Check durchzuführen. Berücksichtigt werden insbesondere die
Wärmebelastung der Gebäude, Verschattung, Versiegelung, Begrünung und
Trinkwassermöglichkeiten.

2. die Standorte anhand des Handlungsbedarfs nach einem Ampelsystem (Grün – Gelb – Rot)
zu priorisieren. In die Bewertung sind neben der Belastung der Kinder und Beschäftigten
auch die Hitzebelastung des Quartiers, das dortige Angebot an Grün- und Schattenflächen
sowie der mögliche Mehrfachnutzen der Maßnahmen einzubeziehen.

3. für Standorte mit hohem Handlungsbedarf kurzfristig umsetzbare und kostengünstige
Maßnahmen vorzuschlagen und, soweit im Rahmen vorhandener Mittel möglich,
umzusetzen. Dabei sind insbesondere Verschattung, Baumpflanzungen, Begrünung,
Entsiegelung und Trinkwassermöglichkeiten zu prüfen. Auch temporäre und
unkonventionelle Lösungen sollen berücksichtigt werden.

4. geeignete Schulhöfe insbesondere in stark hitzebelasteten Quartieren als öffentlich
zugängliche kühle Orte zu entwickeln und eine Öffnung außerhalb der Schulzeiten, an
Wochenenden und in den Ferien zu prüfen.

5. Hitzeschutz, Verschattung, Begrünung und Entsiegelung künftig bei ohnehin anstehenden
Sanierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen an Schulen und Kitas grundsätzlich
mitzuberücksichtigen.

Die Ergebnisse des Hitzeschutz-Checks, die Ampelbewertung der Standorte, kurzfristig mögliche
Maßnahmen und deren voraussichtliche Kosten werden dem zuständigen Ausschuss zur weiteren
Beratung vorgelegt.

Für alle Maßnahmen sind Fördermöglichkeiten zu prüfen und zu beantragen.

Begründung:

Längere Hitzeperioden und hohe Temperaturen belasten insbesondere Kinder. Stark aufgeheizte
Unterrichts- und Gruppenräume, versiegelte Außenflächen und fehlende Schattenplätze können
den Aufenthalt in Schulen und Kindertageseinrichtungen erheblich beeinträchtigen. Hitzeschutz ist
deshalb zunehmend eine konkrete Aufgabe des Gesundheitsschutzes und der kommunalen
Daseinsvorsorge.

Mit dem Antrag soll ausdrücklich nicht nur eine Bestandsaufnahme erfolgen. Ziel ist, bereits für
den kommenden Sommer an besonders belasteten Standorten spürbare Verbesserungen zu
erreichen. Der Hitzeschutz-Check soll deshalb einfach und kurzfristig durchgeführt werden und
unmittelbar in eine Priorisierung nach Grün, Gelb und Rot sowie in konkrete Maßnahmen münden.

An den besonders belasteten Standorten sollen zunächst Maßnahmen umgesetzt werden, die
schnell realisierbar sind und mit überschaubaren finanziellen Mitteln eine unmittelbare Wirkung
erzielen. Dazu können beispielsweise Sonnensegel und andere Verschattungen, zusätzliche Bäume
und Begrünung, kleinere Entsiegelungen oder verbesserte Trinkwassermöglichkeiten gehören.
Auch temporäre und unkonventionelle Lösungen sind sinnvoll, wenn dadurch nicht mehrere Jahre
auf den Hitzeschutz im Rahmen einer umfassenden Sanierung gewartet werden muss.

Die angespannte Haushaltslage erfordert dabei eine klare Priorisierung. Die Ampelbewertung soll
gewährleisten, dass vorhandene Mittel zunächst dort eingesetzt werden, wo die Hitzebelastung
besonders hoch und die Wirkung einer Maßnahme besonders groß ist. Dabei sollen neben der
Situation der Kinder und Beschäftigten auch die Bedingungen im umliegenden Quartier
berücksichtigt werden.

Eine besondere Bedeutung können dabei Schulhöfe haben. Sie liegen häufig zentral in
Wohnquartieren und verfügen über Flächen, die außerhalb der Schulzeiten nur eingeschränkt
genutzt werden. Begrünte, entsiegelte und verschattete Schulhöfe können deshalb zugleich als
kühle Orte im Quartier dienen. Wo dies organisatorisch möglich ist, sollen geeignete Schulhöfe
außerhalb der Unterrichtszeiten, an Wochenenden und in den Ferien öffentlich zugänglich sein.
Davon profitieren insbesondere Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen und andere
hitzegefährdete Bürgerinnen und Bürger.

Gerade bei begrenzten finanziellen Möglichkeiten ist dieser Mehrfachnutzen wichtig: Investitionen
in Bäume, Schatten, Entsiegelung und Aufenthaltsqualität dienen den Schülerinnen und Schülern
während des Schulbetriebs und zugleich den Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers.

Neben den kurzfristigen Maßnahmen muss Hitzeschutz schrittweise Bestandteil der kommunalen
Investitionsplanung werden. Bei ohnehin anstehenden Sanierungen und Umgestaltungen von
Schulen und Kitas sollen deshalb Verschattung, Begrünung und Entsiegelung von Beginn an
mitgedacht werden. So können die Standorte über mehrere Jahre klimaangepasst weiterentwickelt
werden, ohne ausschließlich zusätzliche Großprojekte finanzieren zu müssen.

Einführung von Verkehrszeichen 257-59 („Verbot für Elektrokleinstfahrzeuge“) zum Schutz von Fußgängerzonen sowie im Umfeld von Schulen, Alten- und Pflegeeinrichtungen

Der Rat der Stadt Ahlen möge beschließen:

1. Der Rat der Stadt beauftragt die Verwaltung (Straßenverkehrsbehörde), die Beschilderung
der städtischen Fußgängerzone zu überprüfen und hier wo der Radverkehr zu Randzeiten
und nachts freigegeben ist, das Verkehrszeichen 257-59 (Verbot für Elektrokleinstfahrzeuge)
dauerhaft (24/7) anzuordnen, um ein unerwünschtes Befahren durch E-Scooter zu
verhindern.

2. Die Verwaltung wird zudem beauftragt, im direkten Umfeld von Schulen, Kindertagesstätten,
Altenheimen und Pflegeeinrichtungen im Stadtgebiet das Gefahrenpotenzial durch E-Scooter
systematisch zu prüfen. Überall dort, wo aufgrund von räumlicher Enge, Unübersichtlichkeit
oder hohem Aufkommen vulnerabler Verkehrsteilnehmer eine konkrete Gefährdung
vorliegt, ist ebenfalls die Aufstellung des Verkehrszeichens 257-59 zu veranlassen.

Begründung:

In jüngster Zeit häufen sich im Stadtgebiet gefährliche Situationen im alltäglichen
Verkehrsgeschehen durch das rücksichtslose Fahrverhalten von E-Scooter-Nutzerinnen und
-Nutzern auf Gehwegen, in Fußgängerzonen und in sensiblen Bereichen. Obwohl für diese
Abschnitte keine lückenlosen statischen Unfallakten vorliegen, sind die rechtlichen
Voraussetzungen für eine verkehrsrechtliche Anordnung nach § 45 Abs. 9 StVO vollumfänglich
gegeben. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts genügt für ein
behördliches Einschreiten eine fundierte Gefahrenprognose.

Ein dringender und akuter Handlungsbedarf ergibt sich hierbei aus zwei zentralen Schwerpunkten:

1. Sicherung der Fußgängerzone

In unserer Fußgängerzone ist das Befahren für den Radverkehr zu bestimmten Randzeiten und in
der Nacht aus guten Gründen gestattet. Durch die gesetzliche Gleichstellung von Fahrrädern und
Elektrokleinstfahrzeugen führt das Zusatzschild „Radverkehr frei“ jedoch dazu, dass zu diesen
Freigabezeiten automatisch auch E-Scooter legal die Fußgängerzone befahren dürfen.
Dies widerspricht dem eigentlichen Zweck einer Fußgängerzone als absolutem Schutzraum. Das
unkontrollierte Befahren mit motorisierten E-Scootern konterkariert die Aufenthaltsqualität und
gefährdet Passanten massiv. Mit dem offiziellen Zeichen 257-59 StVO kann die Verwaltung den
Radverkehr zu den Randzeiten erlauben, während E-Scooter zu jeder Tag- und Nachtzeit
konsequent und rechtssicher ausgesperrt bleiben.

2. Schutz vulnerabler Gruppen im Umfeld sozialer Einrichtungen

Eine ebenso konkrete Gefahrenlage ergibt sich aus der Verknüpfung der baulichen Gegebenheiten
mit der besonderen Schutzbedürftigkeit der Passanten vor Schulen, Kitas und Pflegeheimen:

• An Grundschulen und Kitas reagieren Kinder altersbedingt oft unvorhersehbar; sie werden
durch schnell herannahende, lautlose E-Scooter akut gefährdet.

• An den weiterführenden Schulen im Stadtgebiet hat sich die E-Scooter-Nutzung zu einem festen
Bestandteil des täglichen Schulwegs entwickelt. Ein erheblicher Teil der Schülerinnen und
Schüler nutzt diese Fahrzeuge regelmäßig für die An- und Abfahrt.
An den weiterführenden Schulen soll zunächst keine verkehrsrechtliche Regelung getroffen
werden. Die Verwaltung wird beauftragt, bei den Schulen abzufragen, ob Probleme durch die
Nutzung von E-Scootern im Schulumfeld bestehen. Soweit Handlungsbedarf gesehen wird, sollen
gemeinsam mit der Schule – möglichst unter Einbeziehung von Schülervertretung und
Schulpflegschaft – geeignete Lösungen entwickelt werden. Ziel ist nicht, die Mobilität mit E-
Scootern einzuschränken, sondern ihre Nutzung im Schulumfeld für alle Schülerinnen und Schüler
sicher und verträglich zu gestalten.

• Vor Alten- und Pflegeheimen führt das Fahren auf Gehwegen zu erheblichen Beinahe-Unfällen
mit Senioren, die auf Rollatoren, Rollstühle oder Sehhilfen angewiesen sind und
Ausweichmanöver nicht rechtzeitig durchführen können.
Die Stadt steht in der Pflicht, ihrer Fürsorgepflicht für die schwächsten Teilnehmer des
Straßenverkehrs nachzukommen und präventiv zu handeln, bevor es zu schweren
Personenschäden kommt. Das Zeichen 257-59 StVO bietet hierzu die rechtssichere Möglichkeit,
ohne den regulären Radverkehr oder Fußgänger pauschal einzuschränken.

Antrag auf Prüfung zur Gründung einer Kultur GmbH

Der Rat der Stadt Ahlen möge beschließen:

1. Der Rat der Stadt Ahlen beauftragt die Verwaltung, die Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Gründung einer kommunalen Kultur GmbH zu prüfen.

Im Rahmen dieser Prüfung sollen insbesondere folgende Aspekte untersucht werden

• Umwandlung der Stadthallen GmbH in eine Kultur GmbH

• organisatorische Ausgestaltung und Einbindung der bestehenden Kultureinrichtungen und der Stadthallen GmbH

• rechtliche Rahmenbedingungen

• personalrechtliche Auswirkungen

• finanzielle Auswirkungen auf den städtischen Haushalt einschließlich möglicher Synergieeffekte

• Auswirkungen auf Steuerung, Transparenz und politische Einflussmöglichkeiten

• Formen der Einbindung freier Kulturakteure

Die Ergebnisse der Prüfung sind dem Rat innerhalb von 6 bis 9 Monaten in Form eines schriftlichen Berichts vorzulegen und mit konkreten Handlungsoptionen zu versehen.

2. Im Haushalt 2026 werden die Mittel von 25.000 Euro als Mindeststammkapital vorgesehen.

Begründung:

Die Stadt Ahlen steht vor der Herausforderung, ihre kulturellen Angebote unter zunehmend schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen langfristig zu sichern und gleichzeitig weiterzuentwickeln. Angesichts des nicht mehr abwendbaren Haushaltssicherungskonzeptes   und der absehbaren Notwendigkeit, freiwillige Leistungen kritisch zu betrachten, wächst der Druck, bestehende Strukturen zu überprüfen und zukunftsfähig auszurichten. Kultur ist jedoch ein zentraler Bestandteil der städtischen Daseinsvorsorge, prägt die Lebensqualität vor Ort und leistet einen wichtigen Beitrag zur Bildung, Integration und Identitätsbildung. Vor diesem Hintergrund stellt sich nicht mehr die Frage, ob eine strukturelle Weiterentwicklung notwendig ist, sondern wie diese so gestaltet werden kann, dass Qualität, Vielfalt und Zugänglichkeit auch unter veränderten Bedingungen erhalten bleiben.

Derzeit sind die kulturellen Angebote der Stadt Ahlen organisatorisch auf verschiedene Einheiten verteilt. Stadthalle, Stadtbücherei, Lohnhalle, Heimatmuseum, Kulturverwaltung,  und weitere Angebote arbeiten nebeneinander in unterschiedlichen Strukturen und Zuständigkeiten. Diese Fragmentierung erschwert eine abgestimmte strategische Steuerung, führt zu parallelen Verwaltungsaufgaben und begrenzt die Möglichkeiten, vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen. Gleichzeitig bleiben Potenziale für Kooperationen, gemeinsame Programmplanung und eine stärkere öffentliche Wahrnehmung bislang teilweise ungenutzt.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Gründung einer kommunalen Kultur GmbH  als ein vielversprechender Ansatz, um die bestehenden Strukturen zu bündeln und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Ziel eines solchen Modells wäre es, die zentralen städtischen Kultureinrichtungen und -angebote unter einem organisatorischen Dach zusammenzuführen und dadurch eine integrierte Steuerung zu ermöglichen. Eine 100%ige Tochtergesellschaft der Stadt könnte dabei die Stadthalle, die Stadtbücherei, das Heimatmuseum, die kulturellen Veranstaltungsformate der Stadt sowie weitere kulturelle Orte wie die Lohnhalle der Zeche Westfalen zusammenführen und perspektivisch eng mit weiteren Akteuren wie der Volkshochschule, der Musikschule oder freien Trägern kooperieren.

Ein solches Modell bietet mehrere Vorteile. Zum einen ermöglicht es eine gebündelte und damit transparentere Steuerung der eingesetzten Mittel. Statt vieler einzelner Haushaltspositionen entstünde ein klar definierter Zuschussrahmen, innerhalb dessen die Gesellschaft eigenverantwortlich wirtschaften kann. Dies schafft für Politik und Verwaltung eine bessere Übersicht und eröffnet zugleich die Möglichkeit, auf veränderte finanzielle Rahmenbedingungen flexibler zu reagieren. Zum anderen können durch die Zusammenführung von Verwaltung, Technik und Marketing Synergieeffekte erzielt werden. Doppelstrukturen lassen sich abbauen, vorhandene Ressourcen besser nutzen und organisatorische Abläufe effizienter gestalten.

Darüber hinaus eröffnet eine Kultur GmbH neue Handlungsspielräume. Als eigenständige Organisation kann sie schneller auf Entwicklungen reagieren, Kooperationen eingehen und zusätzliche Finanzierungsquellen – etwa durch Fördermittel oder Sponsoring – gezielter erschließen. Gleichzeitig ermöglicht ein gemeinsamer Auftritt aller Einrichtungen eine deutlich stärkere öffentliche Wahrnehmung. Kulturangebote werden für die Bürgerinnen und Bürger übersichtlicher, leichter zugänglich und insgesamt sichtbarer. Die Idee einer „Kultur aus einer Hand“ kann so konkret erlebbar werden.

Gleichzeitig ist eine solche Struktur so auszugestalten, dass die Vielfalt der Ahlener Kulturlandschaft erhalten und gestärkt wird. Die Einbindung freier Träger, Vereine und Initiativen kann beispielsweise über einen beratenden Kulturbeirat erfolgen, der Impulse aus der Zivilgesellschaft aufnimmt und in die strategische Entwicklung einbringt. Ziel ist nicht die Verdrängung bestehender Akteure, sondern ihre bessere Vernetzung und Unterstützung innerhalb eines gemeinsamen Rahmens.

Die Umsetzung eines solchen Modells ist mit Herausforderungen verbunden, die von Beginn an mitgedacht werden müssen. Dazu gehören insbesondere die sorgfältige organisatorische Zusammenführung der unterschiedlichen Einrichtungen, verlässliche und transparente Regelungen für die betroffenen Beschäftigten sowie eine klare politische Steuerung durch geeignete Gremienstrukturen und Berichtspflichten. Ebenso ist eine realistische Finanzplanung erforderlich, die mögliche Synergieeffekte berücksichtigt, ohne Einsparpotenziale zu überschätzen. Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen jedoch, dass diese Herausforderungen bei frühzeitiger Planung und klarer Zielsetzung bewältigt werden können.

Nicht zuletzt sprechen auch aktuelle Entwicklungen dafür, sich zeitnah mit dieser Option auseinanderzusetzen. Der zunehmende finanzielle Druck auf freiwillige Leistungen, die bestehenden strukturellen Grenzen der aktuellen Organisation sowie anstehende Projekte und Entwicklungen im Kulturbereich erfordern eine strategische Neuausrichtung. Die Gründung einer Kultur GmbH bietet die Chance, diesen Prozess aktiv zu gestalten und die kulturelle Infrastruktur der Stadt nachhaltig zu sichern.

Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll und geboten, die Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Gründung einer kommunalen Kultur GmbH in Ahlen vertieft zu prüfen. Ziel einer solchen Prüfung sollte es sein, eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen, die organisatorische, rechtliche, personelle und finanzielle Aspekte gleichermaßen berücksichtigt und konkrete Umsetzungsoptionen aufzeigt.

Es wird daher vorgeschlagen, die Verwaltung mit der Erarbeitung eines entsprechenden Prüfberichts zu beauftragen, der innerhalb eines definierten Zeitraums vorgelegt wird und als Grundlage für eine weitergehende politische Entscheidung dient.

Einrichtung von Schulstraßen

Der Rat der Stadt Ahlen möge beschließen:

Der Rat der Stadt Ahlen beauftragt die Verwaltung, sowohl in ihrer Eigenschaft als Straßenbaulast- träger wie auch als Straßenverkehrsbehörde an den Grundschulen im Stadtgebiet, überall dort, wo es sinnvoll und verkehrlich möglich ist, sogenannte „Schulstraßen“ als temporäre Sperrungen von Straßen für den Kfz-Verkehr im Nahbereich von Schulen gemäß dem Erlass des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW vom 7. Dezember 2023 einzurichten.

 Dafür sind folgende Maßnahmen einzuleiten:

• Die Verkehrssituation um alle Grundschulen im Stadtgebiet soll auf die Möglichkeit und Sinnhaftigkeit der Einrichtung einer „Schulstraße“ hin überprüft werden. Bei positiven Voraussetzungen soll ein Zeit-Maßnahmen-Konzept für die Einrichtung erstellt werden. Da- bei sollen prioritär und zeitnah Schulstraßen zunächst dort geprüft werden, wo es bereits aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens durch sogenannte „Elterntaxis“ zu Unfällen gekommen ist und/oder bereits der Wunsch der Lehrer- und Elternschaft nach Entlastung der Bring/Abholsituation besteht und die Schulen eigene Aktionen zur Entschärfung der Situation unternommen haben.

• Die Einrichtung der Schulstraßen erfolgt je nach Prüfergebnis a) entweder zunächst als Verkehrsversuch mit einer Dauer von maximal einem Jahr b) oder direkt über eine dauer- hafte Teileinziehung der Straße nach § 7 StrWG NRW. • Bei Prüfung und Einrichtung aller „Schulstraßen“ sind die jeweilige Schule und die Elternschaft sowie die betroffenen Anwohnenden frühzeitig in die Planung einzubinden.

• Die Befahrbarkeit der Schulstraße für Anwohnende sowie weitere unabdingbar erforderliche Fahrten (z.B. Pflegedienste, Fahrdienste für Menschen mit Behinderung) ist gemäß Erlass sicherzustellen.

• Im weiteren Umfeld der jeweiligen Schule sollen alternative Hol- und Bringzonen geprüft und ggfs. eingerichtet werden. Außerdem soll schulisches Mobilitätsmanagement mit entsprechenden Angeboten wie z.B. „Walking Bus“ gemeinsam mit der Schule und Elternschaft angeregt werden.

Begründung:

An Grundschulen kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil viele Eltern ihre Kin- der mit dem Auto zur Schule bringen und abholen. Diese sogenannten „Elterntaxis“ gefährden nicht nur die Schulkinder, sondern sorgen auch im Umfeld der Schulen für Stau, Lärm und Luftverschmutzung.

In einigen Städten und Gemeinden in NRW wurden deshalb bereits sogenannte „Schulstraßen“ eingerichtet. Dies bedeutet die temporäre Sperrung während der Schulanfangs- und Schulendzeiten einer oder mehrere Straßen im unmittelbaren Umfeld der Schulen für den Autoverkehr. Anwohnerinnen und Anwohner, Pflegedienste oder Transporte für Kinder mit Behinderungen dürfen die Straße dann trotzdem mit einer Ausnahmegenehmigung befahren.

Der Erlass des Landesverkehrsministeriums NRW hat nun klargestellt, unter welchen Bedingungen die Einrichtung einer „Schulstraße“ im Rahmen der geltenden Gesetze und Verordnungen zulässig ist. Denn obwohl es den Wunsch von  Schulen gibt, vor Ort eine „Schulstraße“ einzurichten, scheiterte dies oft an rechtlichen Bedenken. Diese sind nun ausgeräumt und die Bedingungen für die Einrichtung einer „Schulstraße“ sind klar formuliert.

Mit dem hier vorliegenden Beschluss sollen nun auch in der Stadt Ahlen an den Grundschulen „Schulstraßen“ neu eingerichtet werden. Die Verwaltung muss dafür die entsprechenden Voraussetzungen prüfen, z.B. dass es sich nicht um eine Straße des überörtlichen Verkehrs oder um eine Haupterschließungsstraßen handelt.

Dabei sollen vorrangig Schulen berücksichtigt werden, bei denen es schon zu Unfällen durch „Elterntaxis“ gekommen ist oder die Schule selbst bereits den Wunsch nach entlastenden Maßnahmen  geäußert oder eigene Aktionen initiiert hat.

Bei Grundschulen, bei denen das bislang nicht der Fall ist, soll die Verwaltung zunächst die Voraussetzungen prüfen und dann aktiv auf die Schulen zugehen. Außerdem sollen die Schulen und die Elternschaft über schulisches Mobilitätsmanagement informiert und damit alternative Formen für den Schulweg angewendet werden. Dies könnte zum Beispiel der „Walking Bus“ sein, bei dem sich die Schulkinder an einer bestimmten Stelle nahe ihres Zuhauses treffen und dann selbstständig oder begleitet gemeinsam zur Schule und wieder zurück gehen.

Außerdem könnten im weiteren Umfeld der Schule Hol- und Bringzonen eingerichtet werden, um ein gefahrloses Ein- und Aussteigen aus „Elterntaxis“ zu ermöglichen, sowie Gefahren durch rangierende und parkende Autos zu beseitigen, so dass Kinder ihren Schulweg ganz oder zumindest teilweise selbstständig bewältigen können. 

Entwicklung eines kommunalen Hitzeaktionsplanes für Ahlen

Der Rat der Stadt Ahlen möge beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt:

1. auf Grundlage der „Arbeitshilfen Kommunale Hitzeaktionsplanung in NRW“ eine
kommunale Hitzeaktionsplanung für die Stadt Ahlen zu entwickeln. Vorhandene Planungen,
Daten und Strukturen sind dabei einzubeziehen.

2. besondere Hitzerisiken und räumliche Belastungsschwerpunkte zu identifizieren und dabei
insbesondere die Bedürfnisse hitzegefährdeter Bevölkerungsgruppen zu berücksichtigen.

3. daraus ein umsetzungsorientiertes Maßnahmenprogramm zu entwickeln, das kurzfristig
realisierbare Maßnahmen mit mi mittel- und langfristiger Klimaanpassung verbindet.
Maßnahmen, die mit vertretbarem Aufwand kurzfristiger umgesetzt werden können, sollen
bereits parallel zur weiteren Planung auf den Weg gebracht werden.

4. die erforderlichen kommunalen und gesellschaftlichen Akteure in die Entwicklung und
Umsetzung einzubeziehen.
Die Verwaltung berichtet dem zuständigen Ausschuss fortlaufend über den Fortschritt der
Planungen, sowie die ersten Maßnahmen.

Begründung:

Längere und intensivere Hitzeperioden stellen zunehmend eine gesundheitliche Belastung dar.
Besonders betroffen sind unter anderem ältere und pflegebedürftige Menschen, Menschen mit
Vorerkrankungen oder Behinderungen, Kinder sowie Menschen, die nur eingeschränkte
Möglichkeiten haben, sich vor Hitze zu schützen.

Mit den „Arbeitshilfen Kommunale Hitzeaktionsplanung in NRW“ liegt eine praxisorientierte
Grundlage vor, die Kommunen dabei unterstützt, Hitzerisiken zu erkennen, besonders gefährdete
Bevölkerungsgruppen zu berücksichtigen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln und
umzusetzen.

Dabei soll ausdrücklich kein umfangreicher Planungsprozess entstehen, an dessen Ende erst mit
der Umsetzung begonnen wird. Vorhandene Erkenntnisse und Strukturen sollen genutzt und
kurzfristig mögliche Maßnahmen bereits parallel zur weiteren Planung umgesetzt werden.

Kurzfristiger gesundheitlicher Hitzeschutz soll so mit mittel- und langfristiger Klimaanpassung
verbunden werden. Bereits angestoßene Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Schulen und
Kindertageseinrichtungen, können dabei in eine gesamtstädtische Strategie eingebunden und
schrittweise um weitere Handlungsfelder ergänzt werden.

Ziel ist eine pragmatische und umsetzungsorientierte Hitzevorsorge, die vorhandene Ressourcen
nutzt, Maßnahmen nach ihrer Wirkung und Dringlichkeit priorisiert und die Stadt schrittweise
besser auf zukünftige Hitzeperioden vorbereitet.

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